Sonntag, 3. Februar 2013

Ausstellungen Frühling/ Frühsommer 2013

Es ist Zeit für eine kleine Ausstellungsvorschau/ -ankündigung. Und der abgedeckte Zeitraum ist ob meines seltsamen Timings etwas weit gefasst - dementsprechend kommt in diesem Beitrag Einiges auf euch zu (ab "Sommer 2013" unterteile ich sie wieder besser, versprochen ;o)..) -- vor allem auch, weil mich diesmal so viele Ausstellungen ansprechen.
Jep, das neue Jahr ist da, für einige haben die Semesterferien begonnen und Wien hat, sozusagen, Unmengen an Ausstellungen für die echte Wienerin, den Wahlwiener, die Pendlerin und auch den spontanen Wienbesucher zu bieten. Hier, wie immer, eine rein subjektive Auswahl.


Belvedere


Friedensreich Hundertwasser
Der große Weg, 1955
Kunstharz auf Leinwand 158 x 158 cm
Der große Weg, © 2012 Namida AG, Glarus, Schweiz
Hundertwasser - Japan und die Avantgarde
Orangerie, Unteres Belvedere

Ein Muss für Fans von unsrer Wiener Müllverbrennungsanlage: Von 6. März bis 30. Juni 2013 werden über 40 Werke des österreichischen Künstlers Hunderwasser mit Werken der internationalen Avantgarde ins Rechte (avantgardistische) Licht gerückt:
Hundertwasser, dessen künstlerischer Durchbruch eng mit seinem einjährigen Aufenthalt in Japan verknüpft ist, war wie viele europäische Künstler seiner Zeit von Gedanken des Taoismus und des Zen-Buddhismus inspiriert. Mit seiner speziellen Malweise und Bildkomposition und seinen Malaktionen entwickelte er Ende der 1950er Jahre "eine eigene künstlerische Reife" und bewegte "sich ganz auf der Höhe der internationalen Avantgarde bewegte".
Jedenfalls zeigt das Belvedere anhand ausgewählter Werke den direkten und indirekten Zusammenhang zwischen dem Frühwerk Hundertwassers und der Avantgarde, vertreten durch zahlreiche Werken der internationalen Avantgarde, wie Yves Klein, Piero Manzoni, Lucio Fontana, Jean Dubuffet, Tetsumi Kudo, Akira Kito, Yayoi Kusama.


Fritz Wotruba - Leben, Werk und Wirkung

Das Belvedere widmet einem weiteren österreichischen Künstler eine Ausstellung: Noch bis 07. April 2013 kann man sich eine Schau über den Bildhauer Fritz Wotruba anschaun, der als erfolgreicher Künstler und Lehrer mehrere Bildhauergenerationen, vor allem in der Nachkriegszeit, beeinflusste. "Neben Skulpturen und Zeichnungen des Bildhauers präsentiert die Ausstellung vielfältiges, noch nie ausgestelltes Foto- und Dokumentationsmaterial aus dem reichhaltigen Nachlass des Bildhauers um dessen Rezeption in Gesellschaft, Kunstkritik, Literatur und Ausstellungen, sein Umfeld, die Wotruba-Schule und die Entstehungsgeschichte des Wotruba-Museums zu vermitteln".

Lilly Steiner
Composition baroque, 1938
Öl auf Leinwand 146 x 97 cm
© Belvedere, Wien
Barock - Since 1630
Unteres Belvedere
27. Februar bis 9. Juni 2013

Auch im Unteren Belvedere gibt es eine interessante Ausstellung: vom 27. Februar bis 9. Juni 2013 kann man in "Barock - Since 1630" eine Kombination aus Werken des 17. und 18. Jahrhunderts und späteren Werken, die an jene des Barocks anknüpfen oder sie imitieren/ interpretieren, betrachten. Dabei sollen die "zahlreichen Möglichkeiten, sich der Kunst des Barock zu nähern" untersucht werden. "Anhand von Werken von Franz Anton Maulbertsch, Franz Xaver Messerschmidt, Paul Troger, Hans Makart, Anton Faistauer, Oskar Kokoschka, Lilly Steiner, Gerhart Frankl u. a. wird zum Ausdruck gebracht, dass Barock kein Rückzugsgebiet für Konservative, sondern vielmehr Ansatzpunkt für die Moderne ist".
Schaut jedenfalls ganz interessant aus.


Fotos - Österreichische Fotografien von den 1930ern bis heute
21er Haus

Mja, und noch eine letzte Ausstellung im Belvedere, die ganz nett wirkt: Vom 30. Jänner bis 5. Mai 2013 kann man im 21er Haus Auszüge der österreichischen Fotographie von den 1930ern bis heute anschaun. Im Mittelpunkt stehen dabei die Motive. Dabei liegen drei Grundmotive der Werkauswahl zugrunde: Dinge, Menschen und die Fotografie selbst. Diese "drei Hauptmotive stehen für Objekt, Subjekt und deren In-Beziehung-Setzen, also die bestimmenden Parameter der Fotografie. [...] Sie stellen die alten Fragen nach dem Abbild, der Echtheit des Abgebildeten, aber auch der Objektivität der Kamera in aktualisierter Form" ähm, ja. Für alle, die's weniger philosophisch sehen: schaun ganz interessant aus, die Fotos ;o)..

Quelle: http://www.belvedere.at/de



Kunstforum Austria

Miquel Barceló
Doble Coleoidea I, 2008
Mischtechnik auf Papier, 102,5 x 152 cm
Privatbesitz, Courtesy Galerie Bruno Bischofberger, Zürich
© Courtesy Miquel Barceló
© Foto: André Morin/Studio Miquel Barceló, Paris
Miquel Barceló

Das Kunstforum Austria zeigt noch bis 10. März 2013 Werke von Miquel Barceló. Der Künstler hatte eine führende Position in der Neuen Malerei der 1980er Jahre und scheint einen besonderen Zugang zu Material und Form zu haben (laut Kunstforums-HP kneten der pastosen Ölfarbe, Erde, Lehm, Ton). Wie dem auch sei - seine Bilder schaun äußerst interessant aus. Da kann man's durchaus riskieren, einen Blick darauf zu werfen. Und wenn man schon dort ist, kann man auch gleich bei einer "skandalumwitterten Muse" vorbeischaun:

Meret Oppenheim

Vom 21. März bis 14. Juli 2013 kann man, ebenfalls im Kunstforum Austria, Werke einer der "bedeutendsten und eigenwilligsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts" betrachten - unter anderem hat sie eine mit Pelz überzogenen Tasse erfunden und gilt als wichtigste Vertreterin des französischen Surrealismus. "Ihr vielfältiges Oeuvre, das gleichermaßen Malerei, Skulptur, Dichtung und Design umfasst, entzieht sich jeder stilistischen Einordnung und stringenter Entwicklung. In den 1970er Jahren wird Oppenheim, die sich vehement gegen gesellschaftlich zugewiesene Geschlechterrollen einsetzt, zu einer zentralen feministischen Identifikationsfigur. »Die Freiheit wird einem nicht gegeben, man muss sie sich nehmen«, lautete ihr Credo" -- durchaus interessant. :o)

Quelle: http://www.bankaustria-kunstforum.at/de


Albertina

Max Ernst
Ohne Titel, um 1920
Collage, Bleistift und Gouache auf Papier
© VBK, Wien 2013 / Privatbesitz
Max Ernst - Retrospektive

Sie ist zwar schon mit Saus und Braus eröffnet, trotzdem hier ein weiterer Hinweis auf die Retrospektive Max Ernst, die bis 5. Mai 2013 in der Albertina zu sehen ist. Deren HP meint dazu: "Fraglos gehört Max Ernst mit Matisse, Picasso, Beckmann, Kandinsky und Warhol zu den Jahrhundertfiguren der Kunstgeschichte. Als früher Protagonist des Dadaismus, Pionier des Surrealismus und Entdecker raffinierter Techniken wie Collage, Frottage, Grattage, Décalcomanie und Oszillation entzieht er sein Schaffen einer griffigen Definition. Was als Konstante bleibt ist die Beständigkeit des Widerspruchs".
Die Albertina zeigt eine Auswahl von 180 Gemälden, Collagen und Skulpturen sowie repräsentativen Beispielen illustrierter Bücher und Dokumente aus allen Werkphasen und gibt einen Überblick über die Biographie des Künstlers im Spiegel seiner Kunst.
Das Tolle an der Albertina: Man kann mit einem Ticket in alle Ausstellungen. Wenn man also schon mal im Max Ernst drinnen ist, kann man sich gleich auch ein wenig in den weiteren Ausstellungen des Hauses umschauen:

Lewis Baltz

Vom 1. März bis 2. Juni 2013 kann man die irgendwie sehr ansprechenden Fotos des US-Amerikaners Lewis Baltz bestaunen, der meist verwüstete Peripherien und menschenleere Landschaften ablichtet. "Mit bis dato nicht darstellungswürdigen Sujets, wie Industriegebäuden, Vorstadtsiedlungen und Brachlandschaften revolutionierte er die künstlerische Fotografie in den 1970er-Jahren". Die Albertina zeigt Werke und Serien, aber auch Fotos anderer Künstler, die von Baltz maßgeblich beeinflusst wurden.

Außerdem zeigt die Albertina aus ihren Beständen Bosch, Bruegel, Rubens und Rembrandt:


Vom 14. März bis 30. Juni 2013 kann man ausgewählte Exemplare aus der Sammlung niederländischer Handzeichnungen aus der Zeit von 1450 bis 1650 bestaunen. Mit dabei sind Werke aus dem Umkreis des Jan van Eyck, von Petrus Christus und Dirk Bouts, sowie Arbeiten von Hieronymus Bosch und Pieter Bruegel d. Ältere. Ein Muss für alle, die, wie ich, ihre Niederländer lieben. :o)

Quelle: http://www.albertina.at



Leopoldmuseum

Jean Cocteau, llustration zu Jean Genet
Querelle de Brest, 1947
© Privatsammlung © VBK, Wien 2012
Nackte Männer

(Bericht über meinen Ausstellungsbesuch)

"Was soll eigentlich die Hysterie um diese Ausstellung?" - keine Ahnung. Wir sollten wohl selbst einmal nachschaun gehen, was an nackten Männern so interessant ist. In der Kunst, mein ich ;o).
Noch bis 04. März 2013 kann man sich in der Gruppe oder allein anschaun, ob die Plakate mit den nackten Fußballern halten, was sie versprechen. Das Leopoldmuseum zeigt dabei eine "längst überfällige Ausstellung zu Vielfalt und Wandel in der Darstellung nackter Männer von 1800 bis heute", wobei zeitliche Schwerpunkte auf die Aufklärung,Französische Revolution und Klassizismus um 1800, auf die Klassische Moderne um 1900 und auf die Kunst nach 1945 gesetzt werden.
Dabei werden unterschiedliche künstlerische Zugänge und der Wandel von Körper-, Schönheits- und Wertvortsellungen verfolgt. Jaha. Nackte Frauen gibt es in jedem Museum. Für nackte Männer brauchen sie eine Spezialausstellung. Also, Frauen Wiens: Vereinigt euch und gehn wir nackte Männer schaun!

Quelle: http://www.leopoldmuseum.org/de

Samstag, 22. Dezember 2012

Ausstellungen (nicht nur) für die Weihnachtsfeiertage - Winter 2012

Nachdem der Weltuntergang irgendwie ausgeblieben ist, kommt jetzt doch die "stille Zeit" mit Familie, Festen und den traditionellen Streitereien neben, auf und unter dem Christbaum.
Wer nach dem 24. Dezember dem Gallenanfall bei noch einem Weihnachtsessen entgehen, sowie der lieben Verwandschaft für kurze Zeit entkommen will, es sich aber nicht leisten kann, auf den Malediven braun zu werden und erst 2013 wieder in Wien zu frieren, kann trotzdem was aus seiner/ihrer Zeit machen - vor allem, wenn er/ sie nicht arbeiten oder lernen muss ;o)

Wiens Museen haben, bis auf den 24. und den 31., wo verkürzte Öffnungszeiten gelten, ganz normal offen und bieten somit ein Refugium für alle, die schon keinen Lebkuchen mehr sehen können.

Hier ist eine Zusammenstellung von Ausstellungen, die ein kurzes "Ablaufdatum" haben und somit bald, teilweise noch zwischen Weihnachten und Silvester, konsumiert werden sollten:


Belvedere

Gustav Klimt
Judith, 1901
© Belvedere, Wien
Im Belvedere gibt's noch bis 27. Jänner 2013 die Ausstellung 150 Jahre Gustav Klimt - Jubiläumsausstellung. Jeder kennt ihn, aber wer hat ihn wirklich schon mal ausführlich gesehen? Die Ausstellung zeigt sämtliche Gemälde Klimts aus dem Bestand des Hauses, das die weltweit größte Sammlung von Gemälden Gustav Klimts besitzt. Dabei geht es in dieser Ausstellung um eine Reduktion auf die Arbeit selbst und auf die Rezeptionsgeschichte der Werke des kunstwissenschaftlichen und zeitgeschichtlichen Phänomens Gustav Klimt, weniger um kunstgeschichtliche Vergleiche.

Weiters zeigt das Belveder noch bis13. Jänner 2013 die Ausstellung Emil Jakob Schindler - Poetischer Realismus. Diese Richtung interessiert mich zwar eher weniger, aber der Name hat, nach meiner Diplomarbeit über Gustav Mahler, natürlich meine Aufmerksamkeit erweckt - der Langdschaftsmaler war der Vater von Alma Maria Schindler, später bekannt als Alma Mahler-Werfel. Die Ausstellung selbst beleuchtet Schindlers Werk, das im Spannungsfeld der französischen Malerei der Schule von Barbizon und der Kunst Ferdinand Georg Waldmüllers steht. Sie konzentriert sich auf die Stimmungsmalerei Schindlers, dem "Maler des Lichts und der Luft", die sich den gängigen Etikettierungen wie Impressionismus, Realismus oder Romantik entzieht und eine Alternative zur opulenten Kunst der Ringstraßenzeit bildet.
Quelle: www.belvedere.at


Albertina

Bernhard Strigel
Die Familie des Kaisers Maximilian I., 1515-1520
© Kunsthistorisches Museum, Wien
Die Albertina hat gleich drei interessante und nur noch
kurzzeitig zu bestaunende Ausstellungen. Die erste ist Kaiser Maximilian und die Kunst der Dürer Zeit, die man noch bis 6. Jänner 2013 besuchen kann. Sie widmet sich den Auftragswerken, die unter anderem von Albrecht Dürer, Albrecht Altdorfer, Hans Burgkmair und Bernhard Strigel. für den Kaiser Maximilian I. (1459-1519) angefertigt wurden, darunter auch "der von Altdorfer und seiner Werkstatt gemalte Triumphzug - ein kostbarer Bilderfries auf Pergament von ursprünglich über 100 Metern Länge, von dem sich in der Albertina die komplette zweite Hälfte befindet."

Als Kontrast kann man, wenn man schon mal drin ist, die Exponate der Albertina Contemporary Sammlung anschaun - aber nur noch bis 1. Jänner 2013. Die Exponate aus der Sammlung, die sie die letzten paar Male gezeigt haben, haben mir wenig gefallen; diesmal find ich die Beispielbilder aber sehr interessant. Man zahlt ja auch nicht extra, hinschaun lohnt sich sicher. Gezeigt werden unter Anderem Werke von Zenita Komad, Gerhard Richter, Maria Lassnig, Arnulf Rainer, Christiane Baumgartner, Markus Prachensky, Franz Graf, Walter Pichler, Walter Schmögner, Anselm Kiefer und Georg Baselitz.

Und während man im Haus herumgeht: die Augen nach der Intervention von Markus Hofer offen halten (bis 27. Jänner 2013) - ich geb zu, für sowas hab ich eine Schwäche *lach*
Quelle: www.alebertina.at


Künstlerhaus

Auch das Künstlerhaus hat diesmal Interessantes zu bieten: In Richard Kriesche - Die Kunst mit der Kunst des Nationalsozialismus (bis 20. Jänner 2013) werden Arbeiten des Künstlers Richard Kriesche, die in Auseinandersetzung mit realen, in Österreich aufgefundenen nationalsozialistischen Kunst- bzw. Propagandawerken entstanden sind, gezeigt.
Auch les tardes goldscheyder wirkt interessant, bis 6. Jänner 2013 zu sehen. Ähm.. ich zitiere die Homepage: "die stellungnahme des wiener autodidakts, welcher eynblick gibt, in das unterirdische tunnelsystem [i.e. opernpassage], mit den augen eynes abgängigen abhängigen, abseyts der gesellschaft und ihren eylig vorbeygetragenen aktentaschen". Collagen, Fotos etc. - auch auf den Link unter der Beschreibung klicken!
Das gilt auch für K.U.SCH -- das ist ebenfalls nur mehr bis 6. Jänner 2013 zu sehen und auch hier zahlt es sich aus, auf den Link zu klicken ;o). Gezeigt wird eine interdisziplinäre Arbeite, die sich zwischen Objektkunst, Rauminstallationen, Korrespondenzen im freien (natürlichen) Gelände, Intervention im öffentlichen (urbanen) Raum, Film, Text und Performativer Arbeit bewegt (ähm.. ja). ;o)
Quelle: www.k-haus.at


Kunsthistorisches Museum

Auch das Kunsthistorische Museum hat ein paar durchaus interessante Ausstellungn. Die eine heißt Doppelgänger und ist noch bis 14. Jänner 2013 in der Gemäldegalerie zu sehen. Gezeigt werden Werke von Tizian, Tintoretto, Parmigianino sowie von Albrecht Dürer, Jan Sanders van Hemessen und Jan Brueghel d. Ä. neben ihren Kopien - ohne Kennzeichnung, welches jetzt das Original und welches die Nachahmung ist. Dabei soll die Frage um Original und Kopie thematisiert werden. Die Entschlüsselung zu den Beispielen gibt es für die Besucher dann in Saal XII.

Und auch das KHM hat Werke von Klimt auf den Wänden - buchstäblich. Zwischen 1890 und 1891 hat Klimt dort in seinem frühen Stil Wandbilder nahe der Decke angefertigt. Diese kann man, über eine speziell errichtete Klimtbrücke, noch bis 6. Jänner 2013 betrachten. Quelle: www.khm.at


Na dann: Vanillekipferl fallen lassen und auf ins Museum!!

Dienstag, 20. November 2012

Darf ich vorstellen: Larissa Cox

Also dann: Kunst Kunst Kunst, für Nibit *lach* ;o)


Darf ich vorstellen? Larissa Cox.

Larissa bindet Bücher und macht aus ihnen Kunst. Kennengelernt hab ich ihre Sachen in der Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz, beim Suchen nach Literatur für meine Diplomarbeit (jaja, die muss sich überall mit einmischen ;o)..). Im Netz kann man sich nur schwer einen genauen Eindruck von den feinen, vielschichtigen Arbeiten machen, die vom 3D-Effekt beim direkten Anschaun leben und einen irgendwo zwischen Harry Potter, Narnia und alten Kindermärchenwünschen berühren. Dass die wunderschönen Arbeiten dann auch noch in Büchern schweben, macht die Sache doppelt genial :o)
Hier könnt ihr euch ein paar der Buchkunstwerke anschaun, die in der Bücherei präsentiert werden. Wenn ihr aber Zeit habt und kurzentschlossen seid, solltet ihr euch die Ausstellung, die nur noch bis 23. November läuft, nicht entgehen lassen - U6 Stadthalle und dann einfach in die Bücherei rauf gehn oder fahren. Zahlt sich wirklich aus, hat mich beim Vorbeigehn sofort eingefangen - allein die Kuchenidee ist grenzgenial *lach*

Na dann. Ich diplomarbeite weiter. ;o)

Dienstag, 27. Dezember 2011

Darf ich vorstellen: Sheye Rosemeyer

Ja, ich lebe! Und ich hab ein bissl Zeit! Und ich möcht euch wen vorstellen. :o)

Zuerst aber: Ich geb's zu - ich hab euch was vorenthalten.. ich bin nämlich schon im Juni online über Sheye Rosemeyer gestoplert. Sie ist eine Australische Fotographin, die sich auf Kinder- und Familienportraits spezialisiert. Ihre Arbeiten haben irgendwie was Magisches. Ihre Art, die Sujets in Szene zu setzen, wie sie mit Licht arbeitet und auch die Photoshopnachbearbeitung haben mir viele Anregungen und Ideen geliefert. Ich find ihre Bilder auch nicht so amerikanisch kitschig etc. sondern einfach wirklich schön und modern (Glitzeraugen, Farben, Licht, Fokus).
Besonders spannend finde ich, dass sie auch ihre ganz frühen Dinge zeigt (auf ihrem alten Blog).
Hier der Link zu ihrer Galerie mit aktuellen Auftragsarbeiten, die eigentliche Homepage ist blogartig aufgebaut und beschäftigt sich besonders mit dem Leben von Sheye als Mutter, und ihrem Weiterleben nach dem Unfalltod ihrer kleinen Tochter Ava (traurig!! :o((..), beinhaltet aber auch Fotos der restlichen Familie der Künstlerin.

Viel Spaß beim Stöbern :o)

Samstag, 24. September 2011

Ausstellungen Ende 2011/ Anfang 2012

Heut noch ein zweiter Post: nach stundenlanger Arbeit endlich fertig, die Ausstellungsvorschau für Herbst/ Winter 2011 :o).. :

Wer Zeit hat und im Winter ein warmes Platzerl sucht, ist in einem Museum durchaus gut aufgehoben ;o): Wien bietet im Herbst/ Winter Dauerbrenner wie Klimt und Schiele, aber auch einige Ausstellungen zu moderneren Werken für alle, die sich schön langsam am frühen 20. Jahrhundert sattgesehen haben (muss zugeben, das trifft momentan auf mich zu..*räusper*... vllt. nur eine Phase?).


ALBERTINA

Ein Albertinabesuch ist diesen Herbst äußerst empfehlenswert (und surrealistisch). Wenn man ihn für den Zeitraum zwischen 30. November 2011 und 15. Jänner 2012 einplant, kann man dabei gleich drei ausgesprochene "Schmankerl" anschaun:
Von 9. November 2011 bis 26. Februar 2012 ist René Magritte in Das Lustprinzip zu bestaunen. "Mehr als 100 Werke aus aller Welt und aus allen Stadien seines künstlerischen Werdegangs werden in der Ausstellung gezeigt" wobei "seine künstlerischen Methoden [wie] der Gebrauch immer wieder kehrender Gegenstände, das allgegenwärtige Thema der Ver- und Enthüllung sowie die Auseinandersetzung mit dem alltäglich Banalen und Erotischen" dabei in den Mittelpunkt gestellt werden. Magritte hab ich noch nie gesehn, obwohl "man ihn halt kennt"- den geb ich mir sicher :o)

Joan Miró
Série noire et rouge, 1938
Sammlung Gilbert Kaplan, New York,
Photo: Ardon Bar-Hama/VBK, Wien 2011
Freu mich ebenfalls schon auf Die Sammlung Gilbert Kaplan - Surrealistische Grafik, die von 30. November 2011 bis 15. Jänner 2012 gezeigt wird. Unter anderem beinhaltet diese Werke von Miró, Dalí, Picasso und vielen anderen mehr - alles Leute, die für mich in letzter Zeit interessant geworden sind (-- es kann nicht immer nur Schiele sein.. ;o)..). Ich find's bei Surrealismus auch immer wieder spannend, dass man sich so ganz auf das Werk einlassen muss und teilweise echt seltsame Einblicke bekommt. Freu mich besonders auf diese Ausstellung.

Zwischen dem ganzen Surrealismus ein bisschen Pause für's Gemüt kann man dann von 21. Oktober 2011 bis 22. Jänner 2012 in der Sammlung Forberg bekommen, die einen recht bunten Streifzug durch das 20. Jahrhundert zu bieten hat - unter anderem kann man dort Franz Marc, Paul Klee, Pablo Picasso, August Macke, Max Ernst etc. bewundern - sehr fein. :o)

(Quelle: http://www.albertina.at/)


LEOPOLDMUSEUM

Das Leopoldmuseum setzt diesen Herbst/ Winter auf Altbewährtes und Naheliegendes, traut sich aber auch, einen Blick auf andere österreichische Künstler zu werfen und sich mit Zeitgenössischem zu befassen.

Von 23. 2011 bis 30. Jänner 2012 kann man in der Ausstellung Egon Schiele - Melancholie und Provokation vor allem das Frühwerk des jung verstorbenen Künstlers betrachten, das von einer "tiefen Melancholie und Trauer, aber auch von einer Faszination am Ungewöhnlichen und Ekstatischen geprägt" ist. Daneben werden aber auch sechs weitere KünstlerInnen eingebracht, die in "je einem eigenen Raum in einen spannenden Dialog mit dem Werk und der Persönlichkeit des exzentrischen Künstlers der Jahrhundertwende" treten und dabei in den Bereichen Bildende Kunst, Tanz und Performance tätig werden. Hm. Klingt ein bissl grenzwertig, aber andrerseits durchaus mutig; man kann ja auch nicht immer nur das Alte zeigen, ohne mit neuen Ideen weiterhin für die Besucher attraktiv zu bleiben.

Auch die beiden anderen, im Herbst gezeigten Ausstellungen des Leopoldmuseums bewegen sich weg vom frühen 20. Jahrhundert:
Von 14. Oktober 2011 bis 30. Jänner 2012 widmet sich The Excitement Continues der zeitgenössischen Kunst aus der Sammlung Leopold II. Die durch die Auswahl der Sammler (Rudolf und Elisabeth Leopold) subjektiv zusammengetragenen Werke bilden "einen Querschnitt österreichischer und internationaler Kunst nach 1945", der bisher großteils nicht öffentlich zu sehen war. In dieser anlässlich des 10-jährigen Eröffnungsjubiläums des Leopold Museums Ausstellung finden sich neben den Werken von Otto Muehl unter anderem auch die von "Josef Mikl, August Walla, Robert Zeppel-Sperl, Kurt »Kappa« Kocherscheidt, Elke Krystufek, Robert Kern, Alfred Klinkan und Peter Weibel" - und da ich von diesen Namen keinen so wirklich kenne, ist es wohl eine gute Idee, sich die Ausstellung wenigstens mal durchzuschauen.. *lach*..

Hermann Nitsch, Architekturzeichnung, 2006
© Atelier Hermann Nitsch
Ja, und wenn man schon mal drin ist, kann man sich auch an den Hermann Nitsch herantrauen, großteils ohne Blut und Eingeweide (dafür nach Mistelbach fahren..): das Leopoldmuseum zeigt von 4. November 2011 bis 30. Jänner 2012 in Hermann Nitsch - Strukturen Architekturzeichnungen, Partituren und Realisationen des Orgien-Mysterien-Theaters. "Im Zentrum der Ausstellung stehen Hermann Nitschs Architekturentwürfe, aber auch frühe Skizzen zu monumentalen Kompositionen, beeinflusst von Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka, informelle Kritzelzeichnungen, Skizzen von verschiedenen Aktionen, Farbskalen für Projektionen, Partituren zu seiner Musik sowie Druckgrafiken sind zu sehen".

Ich würd zwar für eine einzelne dieser Ausstellungen nicht extra ins Leopoldmuseum gehen, aber wenn man einmal Eintritt zahlt und dafür alle drei anschaun kann, zahlt sich's wohl aus, auch mal ein bissl Neuland zu betreten.

(Quelle: http://www.leopoldmuseum.org/de)


BELVEDERE

Das Belvedere bleibt mit der Ausstellung Gustav Klimt / Josef Hoffmann - Pioniere der Moderne auf der sicheren Seite und wieder beim frühen 20. Jahrhundert. Von 24. Oktober 2011 bis 4. März 2012 kann man so eine Ausstellung über den Maler Gustav Klimt und den Architekten Josef Hoffmann anschaun, deren intensive Zusammenarbeit "mit der Beethovenausstellung (1902) in der Wiener Secession sowie dem Palais Stoclet (1905-1912) in Brüssel im Bereich des Gesamtkunstwerks neue Maßstäbe in Europa" gesetzt hat. "Zahlreiche Werke wie z.B. Klimts Bildnis Fritza Riedler, in dem sich Hoffmanns charakteristische Handschrift deutlich wiederspiegelt, belegen die wechselseitigen Einflüsse dieser Pioniere der österreichischen Moderne, die die umfassende Sonderausstellung auch in Bezug zur Wiener Werkstätte untersucht."
Freunde des Jugendstils haben also auch diesen Herbst was zu sehen :o)


(Quelle: http://www.belvedere.at/)

Mittwoch, 8. Juni 2011

Egon Schiele - Selbstportraits und Portraits , Belvedere, 21. 2. 2011

Einer meiner allerliebsten Maler beeindruckt und glänzt

Seit 27.2. liegt dieser Beitrag unfertig herum, jetzt geht die Schieleausstellung nur noch ein paar Tage, bis 13.6. - Zeit, endlich meiner Begeisterung Ausdruck zu verleihen ;o).

Vorweg: Man kann wohl nur begeistert sein, wenn man eine so umfassende Ausstellung eines seiner Lieblingsmaler anschaun geht und dabei einige seiner Werke zum ersten Mal lebensecht sieht. Trotzdem ein Versuch, objektiv zu bleiben:
Nach einer teilweise unterirdischen Wanderung zu den Ausstellungsräumen betritt man eine etwas abgedunkelte, seltsam lachsrosa-pastellige, runde Welt, die nicht aus einzelnen Ausstellungsräumen besteht, sondern aus durchgehenden, kurvenden Wänden. Nicht so dunkel, wie in der Albertina und nach der ersten Verwunderung über die Wandfarbe eigentlich sehr angenehm; es bleibt allerdings durch die Architektur im Gedächtnis nicht viel von der (räumlichen) Struktur und vom Aufbau der Ausstellung erhalten - eine durchgehende "Wurscht" halt ;o).
Die Ausstellung beginnt mit den frühesten Bildern Schieles, von den braven Studien der Akademiezeit in Kohle hin zu ersten wirklich eigenständigen Kunstwerken. Man steht schon gleich am Anfang da und staunt über die sicheren Linien und die hier dokumentierte Verwandlung innerhalb von zwei Jahren nach dem Austritt aus der Akademie der Bildenden Künsteund der Abwendung vom Konventionellen. Erste Auftragswerke bzw. Werke, für die sich der Maler Geld erhofft, mitsamt Vorstudien. Schon sehr bald nach Betreten der Räume erkennt man "den Schiele" in den Bildern, und je mehr Details einem auffallen, desto länger steht man und schaut einfach nur:
Grün, ocker und rot vor hellem, undefiniertem Hintergrund dominieren in den frühesten Portraits und es wird in die flüssige Ölfarbe hineingewischt und -gekratzt für Gewandfalten und Haut - v.a. die Hände fallen auf. Schiele macht da scheinbar keinen Unterschied zwischen kleinformatigen Arbeiten (mit Zeichnung, Aquarell, Gouache etc.) und den großen Bildern, was den Technikmix und die Arbeitsweise betrifft. Bei diesen Bildern finde ich die Mischung aus Ausführen (Akzente), Weglassen, Verzerren und Darstellen von Details (Lippen, Augen, Hände, einige Gewanddetails) besonders interessant, und immer die sichere, dunkle Linie Schieles.
Man geht von Bild zu Bild und wird so weiter durch die gewundenen "Eingeweide" geschleust, ohne es wirklich zu merken, trifft dabei auch auf zwei, drei Arbeiten, die (mir) irgendwie so gar nicht gefallen (Farben, Ausführung), bevor man wieder begeistert steht und schaut, dabei Schieles Leben in seinen Bildern verfolgt (erste Auftragswerke, "Brautwerbung", Zeit im Gefängnis, Zeit beim Militär - alles über Portraits dokumentiert). Zeitweise hat man vom Ausstellungsaufbau her ein bisschen Schwierigkeiten zu erkennen, wo's chronologisch weitergeht, weil die Räume so rund und ineinander verschlungen sind - was aber nichts an den tollen Bildern ändert, bei denen man trotz ihrer eher übergangslosen Präsentation um 1915 eine Änderung im Stil Schieles erkennt:
Die Linie bleibt, wird aber stärker, die Farbe wird dickflüssiger, "eckiger", wirkt trocken verschmiert, nicht mehr flüssig (z.B. Tod und Mädchen 1915). Rot und Türkis werden jetzt für Akzente des Körpers/ der Haut verwendet (Wangenknochen, Ellbogen etc.). Zwischen die späteren Bilder mischen sich auch immer wieder und weiterhin ausdrucksstarke Kohlezeichnungen, die einem selbst so richtig Lust aufs Zeichnen machen. Die Hintergründe der späten gemalten Portraits werden ein wenig gegenständlicher, teilweise sehr dunkel, bleiben aber alles andere als realistisch, womit der Fokus wie bei den frühen Bildern auf dem Modell verbleibt.
Über die außerkünstlerische (<-- Wort?) Entwicklung Schieles erfährt man über die (teilweise wie willkürlich hingeklebte) Wandtexte und über die an mehreren Stationen elektronisch präsentierten Briefe des Künstlers (Bittbriefe ("Brauche Geld, bitte um XY Kronen"), Briefe über Leinwände und Farben, Briefe an Portraitierte und Freunde), die gleichzeitig auf angenehme Weise das Staunen auflockern.

Ja. Einen Abschluss oder eine Entwicklung innerhalb der Portraits hin zu einem "Spätwerk" gibt es bei Schiele nicht, der Künstler und seine hochschwangere Frau sterben 1918 jung an der Spanischen Grippe. Dementsprechend abgehackt ist auch die Ausstellung mit einem seiner letzten Bilder zu Ende. Ein paar inszenierte Portraitfotos Schieles bilden den angehängten Abschluss, draußen kann sich der Besucher noch einmal die "Lebenslinie" mit Fotos anschaun.

Ich bin dort gänzlich begeistert hinausgegangen, nachdem ich zwei Stunden oder mehr in den seltsamen "Eingeweiden" des Belvederes  glücklich gestaunt hab. Geärgert hab ich mich dann nur im Shop, weils dort keine schönen Schielepostkarten sondern nur den "Klimtglitzerscheiß" für Touristen gegeben hat. Aber das ist meine persönliche Misere ;o).

Organisation der Ausstellung: chronologisch - dadurch, dass die Räume aber rund und ineinander verschlungen sind, Reihenfolge nicht immer sofort ersichtlich
Bildpräsentation: Vor lachsrosa-pastelliger Wand, Beleuchtung angenehm.
Info an den Wänden/ neben den Bildern: Bildbezogene Infos neben den Bildern, dazu die großen Texte an der Wand - die aber einfach wie irgendwie dort an die Wand geklebt wirken, wo halt noch Platz war. Man liest sie nicht, wenn man eine neue Abteilung betritt, sondern irgendwann dazwischen. Positiv: Die Briefe Schieles an Gönner und Auftraggeber - Geldprobleme und Bittbriefe - sehr gelungen zur Auflockerung, man erhält näheren Einblick in das alltägliche Leben des Künstler. Interessant wären hier evtl. noch die Reaktionen der Portraitierten gewesen.
Gesamteindruck: Durch die runden Räumlichkeiten und die dazwischen geworfenen Texte ein wenig schwammig im Gerüst, aber der Inhalt ist absolut, absolut sehenswert. Man steht und schaut, schaut, schaut, lauter Details, die einem auffallen, sehr viel Platz und Zeit vor den Bildern -- am Liebsten wär ich mir die Ausstellung noch ein zweites Mal anschaun gegangen, so gut hat sie mir gefallen. Wer noch Zeit hat: unbedingt anschaun gehn!!! :o)

Angeschaut in ca. 2 Stunden.
Eintritt für Studenten: € 7,-
Eintritt normal: € 9,50


Besonders gut haben mir gefallen:
Sitzender männlicher Akt, 1910
Öl und Deckfarbe auf Leinwand

Eduard Kosmack mit gefalteten Händen, 1910
Kohle, weiß gehöht auf Papier

Selbstportrait mit braunem Hintergrund, 1912
Gouache, Aquarell und Bleistift auf Papier

Sitzender männlicher Akt (Selbstportrait), 1917
Schwarze Kreide auf Papier

August Lederer, 1918
Schwarze Kreide auf Papier

Lilly Steiner, 1918
Schwarze Kreide auf Papier